Interview mit Phil Schaffarzyk
Wie bist du auf den Gründungspitch Wesermarsch aufmerksam geworden?
Aufmerksam geworden bin ich unter anderem durch die Erstellung der Website für den Gründungspitch, die von meiner Agentur erstellt wurde. Außerdem ist Christoph Geil, der die erste Runde des Gründungspitches gewonnen hat, ein guter Freund von mir. Dadurch kannte ich den Wettbewerb bereits.
Was hat dich dazu bewegt, dich beim Gründungspitch zu bewerben?
Ein Anreiz war natürlich das Preisgeld, auch wenn es letztlich nur einen kleinen Teil der Kosten für die Produktentwicklung abdeckt. Gleichzeitig war der Bewerbungsaufwand wirklich überschaubar. Die Bewerbung war für mich eine Sache von ein bis zwei Stunden.
Im Nachhinein ist mir aber klar geworden, dass noch viel mehr in der Teilnahme steckt. Die Jury war sehr breit aufgestellt und das Feedback beim Pitch war für mich wirklich wertvoll. Auch das, was sich danach entwickelt hat, war sehr positiv – zum Beispiel meine Teilnahme am HTI in Oldenburg und die Ermutigung durch einzelne Jurymitglieder.
Wie hast du dich auf den Pitch vorbereitet – und warst du aufgeregt, als du vor der Jury standest?
Ja, ich war schon aufgeregt. Das hat sich während der Präsentation aber relativ schnell gelegt.
Die Vorbereitung selbst war unkompliziert. Ich habe etwa zwei Wochen vorher meine Präsentation erstellt und anschließend noch am Feinschliff gearbeitet. Vor allem habe ich geschaut, ob ich meine Präsentation in der vorgegebenen Zeit schaffe. Außerdem habe ich KI genutzt, um mich auf mögliche Kritikpunkte und Fragen der Jury vorzubereiten.
Was ist dir vom Pitch oder von der Preisverleihung besonders in Erinnerung geblieben?
Vor allem die Preisverleihung. Der Gewinn war für mich schon eine Art Bestätigung. Besonders schön fand ich, dass ein Kreistagsmitglied im Anschluss noch einmal auf alle Gründer zugegangen ist, persönlich gratuliert und uns beglückwünscht hat.
Was hat sich seit dem Gründungspitch bei dir und deinem Unternehmen getan?
Sehr viel. Ich nehme inzwischen am HTI in Oldenburg teil und auch bei der Entwicklung hat sich einiges getan. Im Januar bin ich mit zwei Entwicklern neu gestartet und mittlerweile haben wir einen funktionierenden Prototypen. Auch die App ist fertig.
Als Nächstes geht es darum, Hard- und Software weiter zu optimieren. Außerdem kommt ab dem nächsten Monat ein fester Mitarbeiter dazu.
Über unsere Website ist bereits eine Warteliste mit rund 20.000 Interessierten entstanden. Etwa 45 Prozent davon kommen aus den USA und weitere 45 Prozent aus der EU und Großbritannien. Im Herbst sollen die Menschen auf der Warteliste die Möglichkeit bekommen, das Produkt zu einem Rabatt vorzubestellen. Im ersten Quartal 2027 soll es dann über unsere Website in den Verkauf gehen.
Geplant sind Armbänder in verschiedenen Farben und ein Device aus Aluminium. Ein wichtiger Unterschied zu anderen Angeboten ist und unser USP ist, dass alle Daten auf dem Handy und nicht in einer Cloud gespeichert werden. Außerdem gibt es kein Abo.
Gab es seit dem Gründungspitch einen Meilenstein, auf den du besonders stolz bist?
Auf jeden Fall der funktionierende Prototyp. Das war bisher ein ganz besonderer Meilenstein.
Wie ist die Idee für ZYKE Band eigentlich entstanden?
Ich habe damals selbst ein Whoop getragen und mich dadurch intensiver mit Körpertracking beschäftigt. Whoop war eines der Angebote, die ein 24/7-Tracking ermöglichten, allerdings in Verbindung mit einem Abo und gespeicherten Daten in einer Cloud. Ich wollte eine Alternative dazu entwickeln.
Was ist dein nächstes großes Ziel?
Das nächste große Ziel ist, das Produkt so weit zu optimieren, dass es für den Rollout bereit ist.
Parallel dazu läuft meine Teilnahme am HTI in Oldenburg. Dort endet die Vorbereitungsphase mit dem Pitch am 17. September. Der nächste Schritt ist dann, eine Förderung zu beantragen.
Haben sich durch deine Teilnahme auch Kontakte entwickelt, von denen du heute noch profitierst?
Ja. Über das HTI habe ich zum Beispiel mit zwei anderen Gründern regelmäßigen Kontakt. Auch mit den Coaches bin ich weiterhin im Austausch.
Du hast selbst erlebt, wie wichtig ein erster Impuls sein kann. Siehst du noch ungenutztes Gründungspotenzial in der Wesermarsch?
Ja, ich könnte mir vorstellen, dass sich noch mehr Wesermärschler bewerben. Gerade über das INP und Projekte mit Schülern könnte man aus meiner Sicht noch einiges an Potenzial heben.
Ich habe selbst erlebt, wie wichtig dieser erste Anstoß sein kann. Nach einer Projektwoche hat mich damals ein Lehrer dazu ermutigt, mit einer Schülerfirma weiterzumachen und daraus ist eine erfolgreiche Marketing-Agentur geworden. Manchmal braucht es einfach diesen initialen Push.
Stell dir vor, jemand hat eine gute Geschäftsidee, ist aber unsicher, ob sie schon „weit genug“ für den Gründungspitch ist. Was würdest du dieser Person sagen?
Einfach machen. Das ist das Coole am Gründungspitch: Du brauchst zunächst nur eine Idee und eine Vorstellung davon, wie du sie umsetzen möchtest.
Ich würde mir nicht zu viele Gedanken darüber machen, ob die Idee schon weit genug ist, sondern eher darüber, ob die Idee an sich gut genug ist.
Welchen Tipp würdest du zukünftigen Bewerbern für ihren Pitch mitgeben?
Einfach machen – du kannst nichts verlieren.
Warum lohnt es sich aus deiner Sicht, beim Gründungspitch Wesermarsch mitzumachen?
Weil du eigentlich nichts verlieren kannst. Du bekommst Feedback von Menschen, die anders auf deine Geschäftsidee schauen als du selbst. Diese unterschiedlichen Perspektiven und das Feedback können sehr wertvoll sein. Und natürlich ist auch das Preisgeld ein Anreiz.
Mehr zu ZYKE Band gibt es auf Instagram unter @zykeband.